Moxibustion in der traditionellen chinesischen Medizin

Die traditionelle chinesische Medizin hat in den vergangenen Jahren in Deutschland immer mehr an Beliebtheit gewonnen. Am bekanntesten ist sicherlich die Akupunktur, welche höchst erfolgreich zur Behandlung oder Linderung bei den verschiedenen Leiden angewendet wird. Ebenfalls aus der chinesischen Medizin, in Europa jedoch noch recht unbekannt, ist die Moxibustion kurz auch Moxa genannt. Die Moxibustion ist eng mit der Akupunktur verwandt. Das in Europa verwendete chinesische Wort für die Akupunktur umfasst gleichzeitig auch die Moxibustion. Auch sind viele er Knotenpunkte im menschlichen Körper, an denen die Moxibustion eingesetzt wird identisch mit denen für die Akupunktur. Einige der Knotenpunkte werden jedoch ausschließlich für die Akupunktur genutzt.

Die allgemeine Anwendung der Moxibustion

Die traditionelle chinesische Medizin baut auf dem Konzept auf, das sich im menschlichen Körper eine Reihe von Knotenpunkten befinden, durch welche die Energie fließt. Eine Krankheit wird häufig dadurch ausgelöst, dass der Knotenpunkt blockiert und die Energie nicht mehr frei durch diesen Punkt fließen kann. Zur Auflösung dieser Blockade verwendet man die bekannte Akupunktur oder alternativ eben die Moxa. Verallgemeinert lässt sich die Moxibustion so beschreiben, dass die jeweiligen Knotenpunkte durch das Verbrennen von Kräutern, der Moxa, erhitzt werden. Doch würde diese Verallgemeinerung der Moxa nicht im entferntesten gerecht werden.

Diese Verfahren gibt es bei der Moxibustion

Wie bereits beschrieben, basiert die Moxibustion auf dem Erhitzen bestimmter Knotenpunkte im menschlichen Körper. Dazu stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung, von denen die bekannteste wohl der sogenannte Moxakegel ist. Bei dieser Anwendung wird auf den Knotenpunkt eine Scheibe Ingwer gelegt, worauf der Moxahegel gestellt wird, der langsam verglimmt. Bemerkt der Patient ein Hitzegefühl, wird der Kegel zu dem nächsten Knotenpunkt weitergeschoben. Dies wird solang wiederholt, bis die Haut des Patienten deutlich gerötet ist. Eine andere Behandlungsmethode ist die Moxazigarre. Bei dieser Methode findet im Gegensatz zum Moxakegel kein direkter Kontakt mit der Haut statt. Hierbei ist die Moxa in Form einer Zigarre gedreht, welche an der Spitze entzündet wird und langsam verglimmt. Die glimmende Spitze wird etwa einen halben Zentimeter über den jeweiligen Knotenpunkt gehalten und dann kurz weggenommen. Auch diese Behandlungsform wird solange durchgeführt, bis die Haut gerötet ist. Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind die Moxanadeln, die ähnlich der Akupunktur in den jeweiligen Knotenpunkt gestochen werden. Der Unterschied zur Akupunktur liegt in darin, das die Nadeln durch die Moxa erhitzt werden. Des Weiteren gibt es Moxapflaster, welche durch Kräuter eine Wärmereaktion auf der Haut erzeugen.

Welchen Effekt und welche Risiken hat die Moxa auf den menschlichen Körper?

Die Moxibustion soll den Energiefluss im Körper anregen und wird hauptsächlich zur Behandlung von Schwächegefühlen nach chronischen Erkrankungen eingesetzt. Auch während der Schwangerschaft kann Moxa bei Beckenendlage eingesetzt werden, um ein drehen des Kindes zu erreichen. Traditionell wird in China die Moxibustion vor großen Reisen angewendet, um gegen Krankheiten vorzubeugen. Nicht angewendet darf die Moxa bei Fieber, Entzündungen, bei Schlaflosigkeit oder während der Menstruation. Auch am Kopf oder in der Nähe von Schleimhäuten darf man die Moxa nicht anwenden. Durch eventuelle Verbrennungen auf der Haut können Narben zurückbleiben, welche den Anschein von Misshandlungen erwecken können. Daneben gibt es durch den Rauch, der während des Verbrennens entsteht, eine Belastung des menschlichen Körpers, welche der Belastung beim Passivrauchen gleichzusetzen ist.